Oskar Burkert
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 » Bahnknoten Hamm wird ausgebaut «

Die Deutsche Bahn wird die technische Infrastruktur im Hammer Bahnhof in den nächsten beiden Jahren umfassend modernisieren. Mit einem Investitionsvolumen von ca. 4,8 Mio. € für neue Weichenverbindungen und modernste Signaltechnik wird die Abwicklung der Güter- und Personenzüge nachhaltig beschleunigt. Damit soll den ca. 2 % aller bundesweiten Verspätungen begegnet werden, die bislang allein im Bahnhof Hamm 'eingefahren' werden.

Hamm hat im deutschen Schienennetz eine herausragende Bedeutung. Stündlich durchfahren mehr als 20 Personenzüge den Hauptbahnhof. Er wird täglich von ca. 13.000 Pendlern und 7.000 Fernfahrgästen genutzt - mit stark steigender Tendenz. Eine ähnliche Stellung nimmt Hamm auch im Güterverkehr ein. 55 regelmäßige Güterzugverbindungen beginnen und enden im Rangierbahnhof. Zudem wird Hamm von fünf Güterfernlinien und zwei lokalen Güterstrecken durchfahren.

"Politik, Verwaltung und Wirtschaft kämpfen seit langem dafür, den Bahnknoten Hamm entsprechend seiner Bedeutung auszubauen. Mit der Aufnahme ins Sofortprogramm 'Seehafen-Hinterlandverkehr' ist jetzt der entscheidende Durchbruch gelungen", freut sich der Hammer Landtagsabgeordnete Oskar Burkert.

Durch den wachsenden internationalen Handel ist das Frachtaufkommen auch in den deutschen Seehäfen Hamburg und Bremen in den letzten Jahren um ca. 20 % gestiegen. Alle Prognosen zeigen, dass für die Zukunft weitere Zuwächse zu erwarten sind.
Um bestehende Engpässe in den Seehäfen abzubauen, sollen künftig vermehrt Güter (insb. Container) sofort nach Entladung der Schiffe per Bahn ins Binnenland verbracht und von anderen Standorten aus weiterverteilt werden. Die zentrale Umschlagstelle in Westdeutschland wird der Duisburger Hafen sein.

Burkert: "Dieses Konzept setzt einen reibungslos funktionierenden Bahnverkehr voraus. Um Engpässe beim Schienentransport zu vermeiden, haben Bund und DB jetzt ein "Sofortprogramm Seehafen-Hinterlandverkehr" mit einem Finanzvolumen von 300 Mio. € aufgelegt, von denen allein 65 Mio. € nach NRW fließen.
Die Maßnahmen im Hammer Bahnhof sind Teil dieses Programms, mit dem bis 2011 die Schieneninfrastruktur modernisiert wird."

Kern der Maßnahmen in Hamm sind zwei zusätzliche Weichenverbindungen, mit denen auf zeitaufwändige Kreuzungsmanöver verzichtet werden kann, sowie modernste Signal- und Sicherheitstechnik, die neue Zugfahrstraßen und die schnellere Einfahrt in den Bahnhof ermöglicht.
Neben den Güterzügen aus den Häfen Bremen (über Münster) und Hamburg (über Bielefeld) werden die Personenstrecken aus Dortmund, Soest, Münster, Hagen und Bielefeld von den Maßnahmen profitieren.

Die Maßnahmen im Einzelnen:

Südliche Bahnhofszufahrt:

Züge aus Dortmund können bislang nur in die östlichen Bahnsteige einfahren, während sie aus den westlichen Bahnsteigen wieder zurückfahren müssen. Beim Einfahren kreuzen sie zudem die Strecken aus Soest und Unna.
Züge aus dem Ruhrgebiet, die in Hamm enden (u.a. RE 1; RE 3), müssen hinter dem HBF wenden um für die Rückfahrt in die westlichen Gleise zu gelangen.

Künftig soll durch eine neue Weiche für Züge aus dem Ruhrgebiet die Möglichkeit geschaffen werden, direkt und kreuzungsfrei in die westlichen Gleise einzufahren, von denen sie ohne Wende auch wieder zurückfahren können.
Durch eine modernisierte Signal- und Weichensteuerung wird eine haltefreie Durchfahrtmöglichkeit der neu gewonnenen Zugfahrstrecken gesichert.

Unterstützt wird diese Beschleunigungsmaßnahme durch zusätzliche Zwischensignale, mit denen der Abstand zwischen Zügen auf dem gleichen Gleis (Blockabstand) verringert und somit die Streckenkapazität gesteigert werden kann.

Um die Geschwindigkeit der Züge zu steigern, werden außerdem die freizuhaltenden Bremswege ('Durchrutschwege'), die ein Zug beim versehentlichen Überfahren eines Signals und anschließender, automatischer Vollbremsung braucht, verlängert. So können die Züge mit höherem Tempo auf den Hammer Bahnhof zufahren. Zusätzliche Signalgeber werden den Lokführern die optimale Geschwindigkeit anzeigen.

Nördliche Bahnhofszufahrt:

Bislang nutzen ausfahrende Züge in Richtung Bielefeld und einfahrende Züge aus Richtung Münster in Teilabschnitten dasselbe Gleis - mit der Folge langer Wartezeiten bei der Kreuzung.
Durch eine neue Weiche werden diese Verkehre über separate Schienenstränge geführt.

Auch auf den Strecken nach Münster und Bielefeld werden durch neue Signale die Blockabstände verringert und durch verlängerte 'Durchrutschwege' höhere Fahrgeschwindigkeiten ermöglicht.

Die Hammer Maßnahmen sollen in 2010 abgeschlossen werden. Die räumliche Zuordnung der einzelnen Maßnahmen kann aus dem beigefügten Gleisschema entnommen werden.

      » » » Schematische Darstellung der Maßnahmen

25.11.2008





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